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Tarantino meets CSI auf der großen Leinwand

Das Kino wird ja leider auch immer teurer. Sechs bis neun Euro für den Film (je nach Tag und Länge) und dazu noch mal knapp zehn Euro für diverse Fressalien, das geht ins Geld. Da ist es Vox doppelt und dreifach gutzuschreiben, dass Sie tatsächlich Kino für lau anbieten. So geschehen letzte Woche mit dem Serienfinale von ihrer Erfolgsserie CSI, die, der Eröffnungsrede nach „den kleinen Sender zu einem der großen macht“. Das danken sie den Fans dann noch mit Airwaves-Drops auf jedem Besuchersessel – da kann man sich doch glatt dran gewöhnen. Aber nun zum eigentlichen Film:
Es handelt sich im Grunde genommen auch gar nicht um einen Film im ursprünglichen Sinne sondern um eine Doppelfolge, die zusammengeschnitten wurde. Wäre das so noch nichts Besonderes lässt doch ein Blick auf den Drehbuchautor und Regisseur aufhorchen, handelt es sich doch dabei um niemand geringeren als Quentin Tarantino („Kill Bill“, „Pulp Fiction“).
So hat schon der Trailer der Folge „Grabgeflüster“ (Gravedigger im Original) deutlich gemacht worum es im Kern geht: Nick Stockes wurde in einem Sarg unter der Erde vergraben und kämpft um sein Leben. Da mag der ein oder andere stutzig werden, gab es doch die Idee bereits in „Kill Bill Vol. 2“. Nur wird sie diesmal auf die Spitze getrieben, handelt es sich doch diesmal nicht um einen einfachen Holzsarg sondern um einen aus Plexiglas.
Aber von Anfang an...
Nick fährt singender Weise zu einem Tatort bei dem Gedärme auf einem Parkplatz gemeldet wurden. Routinemäßig beginnt er seine Arbeit, sein Magen ist abgehärteter als der des Polizisten der vor Ort ist. In dem Moment in dem dieser sein Abendessen nicht mehr bei sich halten kann passiert es. Nick wird von hinten überwältigt und entführt. Sein Erwachen in einem Lieferwagen ist nur von kurzer Dauer, denn der Entführer betäubt ihn erneut um sein grausames Werk in Ruhe komplettieren zu können. Er vergräbt Nick in einem Plexiglassarg und gibt ihm noch ein paar Leuchtstäbe und eine Pistole dazu. Dann erpresst er das CSI-Labor um Lösegeld... Mehr wird hier dann auch nicht verraten, würde es doch zu viel von der Spannung zerstören die Tarantino meisterlich schafft zu erzeugen. Nur soviel: es gibt einige unerwartete Wendungen, eine sehr skurrile Obduktionsszene und einen Jigsaw-ähnlichen Antagonisten. Ebenso kommt die Vertiefung der Charaktere nicht zu kurz, meint doch auch der Nick-Darsteller über Tarantino, im eigens für Deutschland gedrehten Introkommentar, dass dieser die Charaktere wohl besser kennt als sie selbst (zumindest in seinem Fall). Der Soundtrack ist auch wieder hervorragend gewählt und trägt wunderbar zur Stimmung bei und gerade das „Nick Thema“ ist ein echter Ohrwurm (auch wenn er nur ein leidlich begabter Sänger ist). Einzig die für die Kinoleinwand ungewohnten Balken links und rechts, da anscheinend leider nicht in 16:9 gedreht wurde, mögen manchen Zuschauer verwundert haben. Dies kann man aber kaum als Kritikpunkt ansehen, da sich der Effekt im Fernsehen wieder amortisiert. Abschließend kann man Tarantino nur beglückwünschen nicht nur die bisher beste CSI-Folge gedreht zu haben (auch wenn man fairerweise sagen muss, dass er das doppelte der ursprünglichen Zeit hat) sondern auch eine echte Perle zur Bereicherung der Fernsehlandschaft, die in keiner gut sortierten DVD-Sammlung fehlen sollte. 10/10
9.5.06 17:44


“Deutsche Synchro at its best”

Gestern war mal wieder Zeit den immer größer werdenden Filmstapel etwas zu dezimieren. Und zwar mit asiatischer Kost namentlich „Kung-Fu Hustle“ (sponsored by Monkeyninja) und „The Story of Ricky“.

Kung-Fu Hustle

Nachdem Stephen Chow bereits durch „Shaolin Soccer“ im Westen auf sich aufmerksam machte, folgt nun sein nächster Streich „Kung-Fu Hustle“ der in Asien eingeschlagen hat wie eine Bombe. Die Story ist schnell erzählt. Eine kleine Provinz wird von der „Axtgang“ terrorisiert, die raubt, plündert und mordet. Eines Tages kommen zwei Habenichtse in eine große Wohnanlage und geben sich als Mitglieder der Axtgang aus um sich auf Kosten der Einwohner die Haare schneiden zu lassen und etwas Geld zu erpressen. Daraus wird allerdings nichts, da sich die Bewohner keineswegs einschüchtern lassen. Bis die echte Axtgang auftaucht (zu denen die Beiden natürlich nicht gehören)... Doch wie sich herausstellt leben drei alte Kung-Fu Großmeister in der eigenwilligen Wohnanlage, die die Axtgang erst mal ordentlich aufmischt. Dass das der Anführer der Gang nicht auf sich sitzen lassen kann ist da ja selbstverständlich. Deswegen organisiert er ebenfalls Kung-Fu Großmeister um sich zu rächen... Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Klingt jetzt alles nicht so komplex (ich will auch nicht zuviel verraten), ist aber die Grundlage für ein paar grandiose Gags und Skurrilitäten. Das reicht von einer netten Zeitraffereinstellung, bei der die Axtgang sehr beswingt tanzt(!), über eine Roadrunner-mäßige Verfolgungsjagd (inklusive drehenden Beinen) bis hin zu fehlgeleiteten Messerwurfversuchen des Protagonisten. Apropos Protagonisten (Stephen Chow himself): ungewöhnlicher Weise hat dieser verhältnismäßig wenig Screentime, es wird viel Platz für andere Personen, deren Wehwehchen, aber auch deren Kämpfe eingeräumt. Wo wir auch schon beim Stichwort wären, denn was wäre ein Film der „Kung-Fu Hustle“ heißt ohne die titelgebenden (Kung-Fu) Kämpfe?! Eben. Wie Sushi ohne Fisch...
Die Kämpfe sind durchaus imposant choreographiert und inszeniert und reichen von realistisch bis Dragonball-mäßig abgehoben (im wahrsten Sinne des Wortes). Kein Wunder, hat der Choreograph doch bereits für Kill Bill und Matrix die Prügeleien zusammengestellt und auch hier wieder sehr gute Arbeit geleistet.
Kritisieren muss man hingegen die deutsche Synchro, wirken manche Sprecher doch schlecht gewählt oder unsynchron. Aber vielleicht ist das ja auch Absicht wie bei „Kung Pow“?!
Abschließend kann man sagen, dass sich Stephen Chow im Vergleich zu „Shaolin Soccer“ noch weiter gesteigert hat und einen wirklich guten Film abgelegt hat. Mal schauen ob er das beim nächsten Mal auch wieder schafft – wenn ja dann kommt er der 10 in Riesenschritten näher! 8/10

Synchrontechnische Steigerung gibt’s bei *trommelwirbel*
Story of Ricky (aka Ricky-Oh)

2001. Eine düstere Zukunft... Es herrscht Gewalt und die hohe Staatsverschuldung allerorten treibt die Länder dazu alle ehemals staatlichen Einrichtungen zu privatisieren. Darunter fallen auch die Gefängisse, die als Fassade für den Drogenanbau dienen und deren Insassen ausgebeutet werden. In ein solches Gefängnis wird auch der junge Ricky gesteckt, angeklagt und verurteilt wegen Mordes. Zumindest augenscheinlich...
Das Zuchthaus selbst wird von einem diktatorischem Leiter, seinem einäugigen, nicht minder bösen Vizedirektor und vier Kapos geführt. Die vier Kapos bewachen die Bezirke des Gefängnisses unterteilt in West-, Ost, Nord- und Südflügel und sorgen dort für „Ordnung“.
Als ein alter Mann im Duschraum zusammengeschlagen wird eilt Ricky ihm zu Hilfe, sehr zum gesundheitlichem Leidwesen des Peinigers. Auch der daraufhin gerufene Kampfkoloss findet seine Gedärme alsbald auf dem Boden des Bades wieder. Das kann der Vizedirektor nicht auf sich sitzen lassen und alarmiert die Kapos sich um Ricky zu kümmern – schließlich muss Zucht und Ordnung herrschen, zumal auch der leitende Direktor seine Rückkehr aus dem Urlaub angekündigt hat...
Klingt jetzt alles nicht sonderlich komplex aber es gibt neben der rudimentären Handlung noch ein paar Flashbacks die Rickys Motivation für den Gefängnisaufenthalt zeigen (die hier natürlich nicht verraten werden) oder einen ruhigen Moment als er einem stummen Gefangenem versucht das Musizieren auf einem Blatt beizubringen und im dann letztendlich eine Flöte schenkt. Als dieser sich dann weigert Ricky umzubringen bezahlt er das mit seinem Leben was Rickys Zorn nur weiter steigert. Die Story ist im Grunde genommen nur ein Versatzstück um die Kämpfe bzw. Ricky selbst ins rechte Licht zu rücken. Dauern sie doch ob der übermenschlichen Kräfte nie sonderlich lange. Man sollte also keine ausgefallene Kampfchoreographie erwarten. Was den Film jetzt über den Durchschnitt hebt sind zwei Punkte: erstens: Es wird, teils sogar recht einfallsreich, gesuppt, gesplattert und filetiert. Der Gore-Freund kommt also schon mal auf seine Kosten, sehen doch die meisten FX gut aus. Allerdings ist der zweite Punkt fast entscheidender und punktet in Kombination mit dem ersten: die fantastisch grottige Synchro. Was die Synchronsprecher da (nicht) geleistet haben ist famos und Freunde des unfreiwilligen(?) Humors werden sich den Bauch halten. Wenn Ricky einem Mitgefangenem ein Nagelbrett ins Gesicht fallen lässt (bzw. andersrum) und der Wärter lakonisch meint „Er blutet wie ein Schwein“ oder Ricky während strömendem Regen im Gefängnishof die Arme in den Himmel steckt und völlig emotionslos „Ahhhhhhhhhh“ schreit, dann bleibt kein Auge trocken. Auf jeden Fall ein toller „Bier und Brezel“ Film über dessen tieferen Sinn man lieber zu keiner Sekunde nachdenken sollte. 7/10
31.5.06 16:56





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